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Writers in Prison 2013

An den Writer-in-Prison - Aktionen beteiligten sich 2013 insgesamt 25 Mitglieder unseres PEN.

Das sind schon ein paar Mitstreiter mehr als im Jahr zuvor. Und einige engagierten sich sogar mehrmals...

 

Inhaftierte, verfolgte und verschwundene Autoren, für die wir uns einsetzten oder an die wir erinnerten, finden sich quer über den Globus:

China (mehrere Briefaktionen),
Azerbaijan,
Thailand,
Somalia,
Türkei (auch hier hat die Verfolgung leider zugenommen),
Vietnam,
Saudi-Arabien (mehrmals),
Bahrain,
Syrien,
Liberia,
Afghanistan,
Kasachstan,
Qatar,
Russland. 

Am Tag des inhaftierten Schriftstellers gab es dezentrale Aktionen, da wir uns ja nicht alle im gleichen Land befinden.

Es sind weit mehr Länder, in denen die Freiheit des Wortes nicht existiert; es sind weit mehr Autoren, die auf der case list des PEN stehen - und es wäre wirklich angebracht, wenn 2014 mehr Autorinnen und Autoren aus unserem PEN im kommenden Jahr das wahrnehmen, weshalb wir schließlich im PEN sind!

Freya Klier

Writers in Prison

Das Writers in Prison-Komitee des Internationalen PEN wurde 1960 gegründet, um der weltweit zunehmenden Tendenz autoritärer Staaten, Kritiker mundtot zu machen und die freie Meinungsäußerung einzuschränken, entgegenzutreten. Als Organ eines Verbandes von Schreibenden kümmert sich das Writers in Prison-Komitee hierbei vorrangig um Schriftsteller und Publizisten, die zu den ersten und bevorzugten Zielen gehören, wenn es darum geht, die Meinungsfreiheit in einem Land zu untergraben.

Das Writers in Prison-Komitee sammelt, recherchiert, überprüft und dokumentiert Fälle von Schriftstellern und Journalisten, die staatlicher oder sonstiger Willkür ausgesetzt sind, entführt, verhaftet oder ermordet werden, weil sie es gewagt haben, vom Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch zu machen. Das Komitee veröffentlicht halbjährlich eine Liste, in der neue Fälle vorgestellt, beziehungsweise Änderungen an bestehenden Fällen bekanntgegeben werden.

Eines der wichtigsten und wirksamsten Instrument des Writers in Prison-Komitees ist hierbei das sogenannte "Rapid Action Network": besonders dringliche Fälle werden in kurzen Fallbeschreibungen zusammengefaßt, an alle PEN-Zentren verteilt und von Mitgliedern des PEN bearbeitet.

Die Fallbeschreibungen benennen Namen, Beruf und Wohnort der Betroffenen, beschreiben deren Tätigkeiten, Details zur politischen Situation im jeweiligen Land und zählen auf, welchen Repressionen diese Menschen ausgesetzt sind: alltägliche Schikanen durch Behörden, Drohungen, willkürliche Verhängung von Hausarresten und Haftstrafen, unrechtmäßige bzw. Scheinprozesse, Folter, drohende Todesurteile.

Fallbeschreibungen schließen immer mit einer Bitte oder einer Empfehlung, welche Form der Einflußnahme oder des Protests machbar und wirksam wäre; beispielsweise Verantwortliche, die in der Lage wären, eine Änderung solcher Zustände herbeizuführen, anzuschreiben. Die Adressen solcher Personen oder Institutionen - Staatsoberhäupter, Minister, Polizeichefs, Botschafter oder deren Büros - werden aufgezählt, ein Leitfaden, wie die Briefe in etwa zu formulieren wären und was sie enthalten sollten, ist beigegeben.

Es kommt hierbei darauf an, in kürzester Zeit massiven öffentlichen Druck auf die Verantwortlichen auszuüben, der in einigen Fällen nachweislich dazu geführt hat, daß Schikanen beendet, Inhaftierte freigelassen, Haftbedingungen erleichtert, Folter gestoppt oder Urteile abgemildert wurden.