Was gibt es Neues?
PEN Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland
27. April 2012: 100 Stühle für Liu Xiaobo
Der chinesische Schriftsteller und Menschenrechtler Liu Xiaobo ist, unter anderem wegen der Unterstützung der "Charta '08", nunmehr seit 2008 inhaftiert, 2009 wurde er zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Ende 2010 wurde bekanntgegeben, daß Liu Xiaobo der Friedensnobelpreis verliehen werden sollte. Der chinesische Staat bestellte den norwegischen Botschafter ein, verhängte Hausarrest über seine Frau, Liu Xia, trat eine Pressekampagne los und zur Preisverleihung am 10. Dezember 2010 in Oslo mußte ein leerer Stuhl aufgestellt werden, weil niemand aus Liu Xiaobos Umfeld eine Ausreisegenehmigung erhalten hatte.

Um das Augenmerk auf Liu Xiaobo und viele weitere Dissidenten, die in China Repressalien ausgesetzt, verschwunden, in Haft oder verurteilt sind, weiter zu verstärken, hatte der Internationale PEN eine weltweite Lesung seiner Gedichte für den 20. März 2012 angekündigt...
PEN Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland
10. April 2012: Ragip Zarakolu ist frei!
Wie die Anwältin Zarakolus, Sennur Baybuga, vor wenigen Stunden mitteilte, soll der Publizist Ragip Zarakolu noch heute aus dem Kocaeli-Gefängnis entlassen werden.
Er wurde am 28. Oktober aufgrund des Anti-Terrorismus-Gesetzes festgenommen. Der Vorwurf lautete: “Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrorgruppe, KCK (Union der Gemeinschaften Kurdistans)“ Sein Sohn, Deniz wurde schon am 4. Oktober 2011 aus demselben Grund verhaftet und ins Metris-Gefängnis gesperrt.
Unser Mitglied Dogan Akhanli, der uns seine Freilassung gemeldet hat, hat ihn noch im Februar im Gefängnis besucht.
Wir danken allen, die sich für die Freilassung von Ragip Zarakoulu eingesetzt haben!
Peter Finkelgruen
7. April 2012: „Aus der Dunkelheit erhob sich vor uns das Land Israel...“
Das „Gedicht“ des Grass zu Israel, seine nachträglichen Interpretationen und die Äußerungen seiner Sekundanten, des Präsidenten des deutschen PEN Zentrums, Johanno Strasser, und des Präsidenten der Akademie der Künste, Klaus Staeck, die sich in allererster Linie durch Unbelecktheit auszeichnen, veranlassten mich, eines meiner alten Manuskripte auszugraben.
Das vorliegende Redemanuskript, welches ich im Jahr 1989 vortrug und das ich in den letzten paar Tagen leicht überarbeitet und aktualisiert habe, verdeutlicht, dass sich in Bezug auf den Nahostkonflikt in den vergangenen Jahrzehnten ebensowenig bewegt hat, wie in den Köpfen von Grass,
Strasser und Staeck:
„Aus der Dunkelheit erhob sich vor uns das Land Israel...“ (PDF)
Ralph Giordano
4. April 2012: Israel – der Weltfeind Nr. 1?
Selten
hat mich etwas so erschüttert, wie Günter Grass' einseitige Anklage
gegen Israel “Was gesagt werden muß” – eine hanebüchene
Schwerpunktverlagerung der Verantwortung für Krieg und Frieden in
der Nahostregion. Israel – der Weltfeind Nr. 1?
Diese
Umkehrung der Tatsachen, wer hier wen tödlich bedroht, trifft mich
persönlich besonders tief, weil sie aus dem Munde von Günter Grass
kommt. Als die Welt über ihn herfiel, weil er als Achtzehnjähriger
bei der Waffen-SS war (und das lange verschwiegen hat), habe ich ihn
verteidigt: “In diesem führerbesoffenen Deutschland von damals
konnte ein junger Mensch nur Nazi werden. Es käme darauf an, was
Grass in den 50 Jahren nach dem Untergang des Dritten Reiches getan
habe. Und da gäbe es vieles, was ich unterschreiben könnte.” Doch
nun brandmarkt er Israel als den eigentlichen Friedensstörer und
ruft die deutsche Regierung auf, fordert die Verteidigungsfähigkeit
des Judenstaates zu boykottieren.
Ich
setze dieser Ungeheuerlichkeit mein Credo entgegen:
Mit
diesem hochgefährdeten Land fühle ich mich unlösbar verbunden.
Eine Ankettung, die unabhängig ist von den Maßnahmen abwählbarer
Regierungen. Die Liebe zu ihm ist die Hülle meiner Kritik an ihm.
Ihm gehört all meine Bewunderung und so manches noch, was mir im
Halse stecken bleibt, wenn ich es sagen möchte und nicht kann, weil
es mir die Sprache verschlägt. Ich bin überzeugt von der Kraft
dieses Landes, ich baue auf seine Phantasie, seine Kreativität,
seine gewaltige Vitalität und seine Überlebensfähigkeit. Nie aber
waren Unruhe und Sorge berechtiger als heute, und nie Juden
gefährdeter als dort, wo sie sich am sichersten glaubten.
Günter
Grass' Poem ist ein Anschlag auf Israels Existenz.
Ralph
Giordano (Link zur Mitgliedsseite auf exilpen.net)
PEN Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland
23. März 2012: Ahmet Şık ist frei
Wir freuen uns über die Freilassung eines Autors berichten zu können, für den wir uns beim letzten Tag des inhaftierten Schriftstellers engagiert haben:Ahmet Şık. "Der Spiegel" berichtet in seiner Ausgabe vom 19. März 2012 über seine Freilassung. Der Fall beweist, wie notwendig und wie sinnvoll unsere Arbeit für Writers in Prison ist.

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